Bürgermeister Gottwald
zur Ausstellungseröffnung in Brüggen







Donnerstag, 9 Dezember, 2010 10:30 Johann J. Föhles

Sehr geehrte Damen und Herren,
ein herzliches Willkommen zur Eröffnung dieser Gedächtnisausstellung zum 100. Geburtstag von Johann Heinrich Gillessen. Ich freue mich, dass Sie unsere Einladung angenommen haben.

Johann Heinrich Gillessen ist wieder daheim.

Brüggen war ihm in seiner wohl prägendsten Schaffensperiode seine familiäre und künstlerische Heimat.
Er hat sie in prächtigen Farben gesehen, die weit über die Realität hinausgehen.
Mit größter Einfühlsamkeit und flirrendem impressionistischem Licht schuf er traumhafte Idyllen. Gleichzeitig aber auch Bilder, die aus heutiger Sicht dokumentarischen Wert haben in Form von damals zeitgenössischen Ansichten des Ortes vor den Sanierungen, Modernisierungen und Neubauten der letzten Jahrzehnte. Zum kulturellen Erinnerungsschatz gehören auch seine charakteristischen Portraits unserer historischen Ehrenbürger Bernhard Röttgen und Leonhard Jansen, die ihm auch Weggefährten waren.

Auch wenn Johann Heinrich Gillessen im Jahre 1958 von Brüggen berufsbedingt nach Neuss wegzog und später bis zu seinem Tode im Jahre 1997 24 Jahre in der Eifel lebte, bleibt er bis heute in Brüggen unvergessen, erfreuen sich seine Bilder in vielen Familien größter Beliebtheit. So sind die Leihgeber auch ein Spiegelbild alteingesessener Familien, haben aber auch den Weg in viele Regionen Deutschlands, die benachbarte Niederlande und über Mönchengladbach bis in die USA gefunden.

Allen Leihgeberinnen und Leihgebern, die durch Ihre Werke diese großartige Ausstellung ermöglicht haben, herzlichen Dank.

Dass wir die Gedächtnisausstellung von 28. November bis zum 16. Januar erleben und genießen dürfen, verdanken wir einem Mann:

Ich begrüße Herrn Otto Lehmann.
Otto Lehmann fördert seit über 10 Jahren für Brüggen verschüttete oder in Vergessenheit geratene kunsthistorische Erkenntnisse zu Tage. Er stellte faszinierende Ausstellungen in der Burg Brüggen und auf Schloss Dilborn zusammen, hob den kunsthistorischen Schatz des expressionistischen Künstlerehepaares Heinrich Nauen und Marie von Malachowski-Nauen und schuf ein hochkarätiges bibliografisches Werk, das bis hin zum August-Macke-Haus in Bonn Anerkennung findet.

Und dieses Lebenswerk setzen Sie, sehr geehrter Herr Lehmann nun mit dieser Gedächtnisausstellung 100 Jahre Johann Heinrich Gillessen fort. Zugleich ist Ihnen erneut ein vorzüglicher Katalog gelungen voller Farbe und Informationen. Für Ihr ehrenamtliches Wirken verlieh die Gemeinde Brüggen Ihnen am 12.01.2007 die Ehrenplakette und es ist mir ein Bedürfnis, Ihnen an dieser Stelle erneut Dank und Anerkennung auszusprechen.

Museen haben hauptamtliche oder freiberufliche Kuratoren, wir haben Otto Lehmann, der mit viel Herzblut ehrenamtlich wirkt.

Ich freue mich auch, dass die Familie Gillessen nach Brüggen gekommen ist, um mit berechtigtem Stolz auf das Werk ihres Vaters, Großvaters und Urgroßvaters zu blicken. Stellvertretend für alle Familienangehörigen begrüße ich Herrn Wolfhard Gillessen.

Danken möchte ich auch Frau Zybell, Mitarbeiterin unserer Kulturabteilung, für die organisatorische Vorbereitung der Ausstellung. Das „Viersener Gitarren-Trio“ in der Besetzung von Herbert Hähnel, Markus Fegers und Walter Frasch sorgt für den musikalischen Rahmen.
Lassen wir uns heute erneut von der Kunst Johann Heinrich Gillessens verzaubern.
Herr Lehmann, bevor Sie das Wort ergreifen, möchte ich Ihnen diesen Karton Rotwein überreichen, der ja, in Maßen getrunken, gesund sein soll, damit Sie uns noch lange erhalten bleiben.
Und für Frau Lehmann als Dank diesen Blumenstrauß.

BlickaufBrueggenvonderStauausgesehen520.jpg
Brüggen vom Schwalmwehr aus gesehen, 1950

WinterimBruch520.jpg
Winter im Bruch - Brüggen im Hintergrund

Gillessen demnächst mehr

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