Gedächtnisausstellung zum 100. Geburtstag
in Brüggen, gewidmet dem großen Maler Johann Heinrich Gillessen
Gillessen war eine Künstlerpersönlichkeit.
Seine geübten Augen suchten nach dem Wesen des Menschen und ob ein gleiches positives Signal erwidert wurde. Auf Fragen antwortete er meist mit einer Geschichte und zog den Zuhörer somit in seinem Bann, denn er war auch ein großer Erzähler.
Die Wahrnehmung seiner Malerkunst ist ein Genuss, geübte Augen erkennen hier sofort einen großen Meister.
Etwas über Johann Heinrich Gillessen zu schreiben erfordert fast Mut, denn Großartigkeit und Vielschichtigkeit sind Aussagen die in seinen Werken leben.
Die Lehre der Farben, Licht und Schatten, die hohe Malkunst Grau in Grau, die Dimension der Tiefe und nicht zuletzt die Anwendung der Perspektive ist Kernkraft und zeigt sein Können in jedem Bild.
Ich danke Gott, dass ich diesen großen Maler persönlich kennen durfte.
Johann J. Föhles
Brüggen vom Schwalmwehr aus gesehen, 1950
Max Clarenbachs Wintersonne weckte in Gillessen eine lebenslange Leidenschaft, die er in seinen Landschaftsbildern leuchten ließ.
Aufbruch im Frühling:
Blütenzauber am Waldesrand der Beek und immer wieder neues Ginstergelb der Heide.
Farbenfrohe Boote am Hariksee rahmten dann den Sommer ein, um sein bewegtes Leben - am Ufer ruhend - festzuhalten.
Und beim Malen sich drehender Wasserräder löschte er oft den herbstlichen Flächenbrand seiner glühenden Heideblüte.
Mit jedem Winter kehrte Prof. May Clarenbach zurück - gleißendes Sonnenlicht erhellt bis heute das Grau der Brüggener Mühle an der Schwalm, die den Rhythmus der Jahreszeiten in der Ausstellung fließend begleitet.
Winter im Bruch - Brüggen im Hintergrund